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Als der Jäger Holger Andersch aus Eckernförde vor drei Jahren eine Stilllegungsfläche des Gutes Krieseby pachtete, da hatte er bereits ganz genaue Vorstellungen, was er aus dieser Fläche machen wollte. Ein Wildacker sollte es
werden, auf dem das Wild das findet, was es braucht. Heute nach drei Jahren ist der Erfolg dieses Kräuterparadieses, das für die Tiere „Naschgarten und Apotheke“ zugleich ist, nicht zu übersehen, und für alle heimischen
Wildarten, Insekten und Falter zu einer regelrechten Oase geworden.
Sie heißen Seradella, Inkarnatklee, Buchweizen oder Phacelia und sie sind für Hasen, Rebhuhn, Fasan, Dam- oder Rehwild nicht nur eine willkommene
Abwechslung auf dem Speisezettel, sondern eine regelrechte Delikatesse. Ein mehrere Hektar großer Wildkräutergarten mit einer dutzendfach erprobten Auswahl an diesen Pflanzen befindet sich seit drei Jahren auf einer
Stilllegungsfläche des Gutes Krieseby inmitten Schwansens und wird von allen heimischen Wildarten intensivst genutzt. „Es ziehen sich regelrechte Pfade durch die Fläche“, freut sich Holger Andersch über den Erfolg seiner
Initiative, mit der er vor drei Jahren beim Kriesebyer Gutsbesitzer Rolf Kühl offene Türen einrannte.
„Wir sind uns schnell einig geworden und haben hier eine absolut ideale Fläche gefunden“, erinnert sich Andersch an
den Start und die Anlage des Wildackers. Er habe für die geeignete Saatmischung gesorgt, die über die Firma Claußen in Wolmersdorf bei Heide (Revierberatungsstelle Wolmersdorf - www.Wildacker.de) zusammengestellt, professionell betreut und weiterentwickelt wird und das Gut habe das Arbeitsgerät zur Verfügung gestellt. Und spätestens wenn man in diesen Wochen das sommerliche Meer von Blüten und Düften durchwatet, dann verwundert es nicht, dass das Kräuterparadies wie ein Magnet die Tiere anzieht. Und dass sich die Wildtiere auf der Wildackerfläche nicht nur kulinarisch wohl fühlen, liegt auch daran, dass hier absolut nicht gejagt wird und die Büchse schweigt. „Diese Fläche soll eine absolute Ruhefläche für die Tiere sein und ist es auch geworden“, freut sich Andersch jedesmal, wenn er mit seinen Kindern oder auch Kindergruppen aus Schulen oder Kindergärten durch den Wildgarten führt und man sich dem äsenden Rehwild bis auf wenige Meter nähern kann.
Andersch ist mit dieser Einstellung nicht allein in seinem Hegering Südschwansen. Immer mehr Jäger versuchen auf diese Weise, dem Wild ruhige und nahrhafte Äsungsflächen anzubieten. „Wo eine geeignete Fläche vorhanden ist,
wird versucht, sie zum Wildacker zu machen“, verweist Andersch auch auf einen nützlichen Nebeneffekt der gedeckten Tafel. Denn der Verbiss in den benachbarten Anbau- und Waldflächen lässt sich dadurch verringern.
„Eigentlich profitieren alle von dieser Fläche“, zieht Holger Andersch nach den ersten drei Jahren eine absolut erfolgreiche Zwischenbilanz über „seinen“ Naturgarten, der auch die eigenen Sinne schärft.
(Erschienen in der Eckernförder Zeitung am 11.07.2003)
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